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© NELE STRÖBEL

reparaturen der welt -
Das Buch

reparaturen der welt

Einführung:
1. Standortbestimmung

Seit siebzehn Jahren arbeite ich als freischaffende Bildhauerin in München. Beschäftigt mit Objekten und Installationen im öffentlichen Raum, gehe ich von der Materialität der Dinge im Lebensraum der Menschen aus. Zugleich nutze ich die modernen Medien zur Recherche und zur technischen Umsetzung und Ausführung meiner Entwürfe. Im Atelier des Künstlers treffen handgreifliche traditionelle Arbeitsgänge mit hochtechnisierten virtuellen Simulationen zusammen.
Maximiliansforum Welchem Wandel unterliegt die Kunst unter diesen Bedingungen, und welchen Einfluss haben digitale Kommunikationsformen auf den konkreten Raum? Ist dieser ersetzbar, gar beliebig austauschbar?

Wo die Einheit von Ort und Materie ,gegenstandslos' wird, verändert sich die Frage nach dem Sinn und Zweck realer Gegenstände, wenn diese, in Pixel aufgelöst, als Bilddaten sekundenschnell um den Globus reisen können. Kann eine ,ortlose' Kunst in den Raum eingreifen? Welchen Platz besetzt die lokale Werkstatt in der globalen Wissensgesellschaft?
Dass experimentelle Arbeitsformen nur nach dem Ergebnis beurteilt werden, stellt sich mir als Paradox dar. Ohne das hybride Zusammenspiel von Improvisation und Professionalität, von Wagnis und Wissen kann Neues nur zufällig entstehen. Im Atelier findet Arbeit ,ohne Netz' statt. Im Zugriff selber bestätigt sich die schöpferische Kraft.
Reschen Kirchturm
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